Meine Konzepte der einzelnen Tage

Konzeption des Shooting am Montag

Konzeption des Shooting am Mittwoch

Sicher ist es besser mit einem Konzept zum Shooting zu kommen. Kennt man jedoch die Location nicht, nützt das wenig, wenn man dann keine Motive findet, die zum Konzept passen. Also muss man fotografieren und hoffen, dass man vor Ort dann die Ideen bekommt, die letztlich für ein Konzept reichen. Der Weg an der Ruhr Höhe Rote Mühle ist nicht spektakulär. Es tummeln sich auf der Ruhr wie an Land viele Freizeitgestalter, zu Fuß, auf dem Rad, im Boot. Klar kann man das fotografieren. Die Bilder sind so unspektakulär wie die „Landschaft“.

Was auffällt sind die braunen z.T. über 3 m hohen braunen, abgestorbenen Riesenbärenklau-Pflanzen. Diese Neophyten (einge-wanderte Pflanzen) sind gefährlich siehe Riesenbärenklau. Eine Dolde bildet bis zu 20.000 Samen aus, entsprechend ist ihre rasche Verbreitung.

Was an diesem Montag noch nicht erkennbar war, sich aber an den folgenden Tagen verfestigte, ist das Thema Umweltschutz, Klimawandel, Globalisierung, generell der Eingriff des Menschen in die Natur und damit auch die Hinterlassenschaften nach einem Strukturwandel, wie wir ihn erneut mit dem Ausstieg aus der Braunkohle und der Kernkraft erleben. Der Riesenbärenklau steht somit als Metapher für die Globalisierung.

Mit der Überbelichtung habe ich mich zum Zweiten mit der Frage beschäftigt, wie weit man ein Motiv verfremden kann, bis es im Hintergrund verschwindet.

Konzeption des Shooting am Dienstag

Konzeption des Shooting am Donnerstag

Am Dienstag ging es zum Landschaftspark Duisburg-Nord, damit zu einem Areal, das einmal eine Anlage der Stahlerzeugung war, dann aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben wurde. Einige Jahre vergammelte die Anlage, bis mutige Bürger aus ihr einen Freizeit- und Land-schaftspark machten und damit 2 Fliegen mit einer Klappe schlugen: Heute nehmen die Natur und die Menschen wieder Besitz von der Brache. Sie steht aber auch für eine industrielle Vergangenheit, die nach dem Krieg Deutschland wieder erfolgreich gemacht hat. In meinen Bildern möchte ich diese Besitznahme und Vergangenheit ver-deutlichen.

Wir haben es also mit einer typischen Kontextverschiebung zu tun.

„The Wall“ ist eine Wand im Landschaftspark, die mich durch ihre abstrakten Formen ansprach. Der Künstler, die Witterung, erhebt kein Copy Right, was mir sehr sympathisch war.

Schaffen es die Sonnenstrahlen durch Stahl und Eisen des Hochofens zu dringen, entstehen kurzzeitig interessante Objekte, die man mit Fug und Recht als Unikate bezeichnen kann.

Heute bietet der Landschaftspark eine Vielzahl von Betätigungsfeldern und Events an.